Freitag, 28. März 2014

Holzschnitzereien

Holzschnitzereien

Wie in vielen anderen armen Gegenden, so mussten auch die Bewohner des Grödnertals früher viele Dinge des alltäglichen Lebens selbst produzieren. Diese Gegenstände wurden aus Holz, das hier reichlich vorkam, oft in mühevoller Handarbeit hergestellt. Die beste Zeit für diese handwerklichen Arbeiten waren natürlich die langen Winter. Tief verwurzelt im christlichen Glauben und sicher auch aus Freude an künstlerischen Tätigkeiten schnitzten die Menschen Tiere, Figuren und Spielzeug aus Holz für das eigene Heim, wie auch für die Kirchen. Keine alltäglichen Gegenstände waren das, sondern Dinge, die aus religiösen und persönlichen Gründen Freude bereiten konnten. So entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Grödner Holzschnitzkunst, in der sich einige Familien besonders geschickt erwiesen und künstlerische Fähigkeiten zeigten. Einige der Künstler erhielten ihre Ausbildung in Rom und Venedig. Schon über 40 Holzschnitzer waren dann im 18. Jahrhundert im Grödnertal tätig. Durch die Gründung der Zeichenschule in St. Ulrich erreichte die sakrale Holschnitzkunst einen weiteren Aufschwung und als dann Grödner Holzschnitzer an den Kunstakademien in München und Wien ausgebildet wurden, war Gröden unangefochten führend in der sakralen Holzschnitzkunst. Der Straßenausbau und die Errichtung der Brennerbahn, Mitte des 19. Jahrhunderts, ermöglichten dann einen schnellen und leichten Vertrieb der Grödner Holz-Produkte – Kircheneinrichtungen, Skulpturen und Spielzeug.

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